Kosten · 5 Min. Lesezeit

Was kostet eine Patentklage – und wer trägt das Risiko?

Kurz beantwortet: Eine Patentklage verursacht Gerichtskosten, die sich nach dem Streitwert richten, dazu Honorare für Rechts- und Patentanwälte, Gutachter und Übersetzungen. Wer unterliegt, muss in der Regel zusätzlich Kosten der Gegenseite erstatten; oft kommt ein Angriff auf den Rechtsbestand des Patents hinzu. Mit erfolgsbasierter Prozessfinanzierung trägt der Patentinhaber weder Vorabkosten noch das Risiko im Unterliegensfall.

Warum Patentprozesse teuer sind

Ein Patentverletzungsverfahren ist ein technisch und rechtlich anspruchsvolles Verfahren. Es braucht Spezialisten auf beiden Seiten: Juristen, die das Verfahren führen, und Patentanwälte sowie Ingenieure, die die Technik verstehen und belegen. Hinzu kommt, dass der Beklagte sich selten nur verteidigt – häufig greift er das Patent selbst an. Das treibt Aufwand und Kosten.

Wichtig für die Einordnung: Die Kosten entstehen überwiegend vorab und laufend, der mögliche Erlös dagegen erst am Ende. Genau diese zeitliche Lücke macht Patentprozesse für viele Patentinhaber zum Problem.

Die Kostenbestandteile im Überblick

Gerichtskosten

Die Gerichtsgebühren richten sich in Deutschland nach dem Streitwert – also nach dem wirtschaftlichen Interesse, um das gestritten wird. Bei Patentstreitigkeiten mit relevanten Umsätzen ist der Streitwert entsprechend hoch, und mit ihm die Gebühren.

Rechtsanwälte und Patentanwälte

In Patentverletzungsverfahren arbeiten typischerweise Rechtsanwälte und Patentanwälte zusammen. Ihre Honorare hängen unter anderem vom Streitwert und vom Aufwand des Falls ab. Der Aufwand für Schriftsätze, mündliche Verhandlungen und die technische Argumentation ist erheblich.

Gutachter und technische Analysen

Ob ein Produkt ein Patent verletzt, muss am realen Produkt nachgewiesen werden: Produktanalysen, Claim Charts, gegebenenfalls Testkäufe und Sachverständigengutachten. Diese technische Vorarbeit ist die Grundlage jeder Klage – und ein eigener Kostenblock.

Übersetzungen

Sind Patente, Beweismittel oder Verfahrensbeteiligte international, können Übersetzungskosten hinzukommen.

Kostenerstattung im Unterliegensfall

Wer einen Patentprozess verliert, muss in der Regel auch Kosten der Gegenseite erstatten. Das Risiko eines Patentprozesses besteht also nicht nur aus den eigenen Ausgaben, sondern auch aus den Kosten der Gegenseite.

Angriffe auf den Rechtsbestand

Beklagte reagieren auf eine Verletzungsklage häufig mit einem Angriff auf das Patent selbst. Die Verteidigung des Patents bringt eigenen Aufwand, eigene Anwaltskosten und ein eigenes Kostenrisiko mit sich.

Warum das Mittelständler und Erfinder ausbremst

Für einen Konzern ist ein Patentprozess eine Budgetposition. Für ein mittelständisches Unternehmen, eine Forschungseinrichtung oder einen Einzelerfinder ist er oft ein existenzielles Risiko: hohe Vorleistungen über die gesamte Verfahrensdauer, dazu die Möglichkeit, im Unterliegensfall auch die Kosten der Gegenseite zu tragen.

Die Folge: Viele berechtigte Ansprüche werden nie geltend gemacht. Verletzer kalkulieren damit – gerade, wenn sie deutlich größer sind als der Patentinhaber. Das Kräfteverhältnis entscheidet dann über die Durchsetzung, nicht die Qualität des Patents.

Wie erfolgsbasierte Finanzierung das Risiko verschiebt

Prozessfinanzierung setzt genau an dieser Lücke an. Ein spezialisierter Finanzierer übernimmt die Kosten des Verfahrens – Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten – sowie das Kostenrisiko im Unterliegensfall. Im Gegenzug wird er am Erlös beteiligt; marktüblich sind 30–40 % des Erlöses, abhängig von Erfolgsaussicht, Schadenshöhe und Portfoliostärke. Geht der Prozess verloren, trägt der Finanzierer die Kosten.

Für den Patentinhaber bedeutet das: 0 € Vorabkosten und kein Kostenrisiko. Der Prozess kostet nichts – nur der Erfolg wird geteilt.

Die Rolle von TYR

TYR bewertet, bereitet auf, finanziert und koordiniert:

  • Bewerten: In der kostenlosen Erstanalyse und der anschließenden vertieften Analyse untersucht TYR den Fall technisch und wirtschaftlich – Claim Charts, Validitätsrecherche, formale Risiken und Schadenspotenzial. Die rechtliche Bewertung von Verletzung und Rechtsbestand übernehmen die beauftragten Kanzleien.
  • Aufbereiten: Der Fall wird als Investment Case für Finanzierer aufbereitet – mit Anspruchslage, Beweisen, Schadenspotenzial und Gegnerprofil.
  • Finanzieren: TYR präsentiert den Fall passenden Litigation Fundern aus dem eigenen Netzwerk; auf Wunsch auch über ein SPV.
  • Koordinieren: Kommt es zum Verfahren, stellt TYR auf Wunsch das passende Team aus Patent- und Prozessanwälten zusammen und koordiniert es.

Als Orientierung liegen von der Analyse bis zur Klageeinreichung rund 25 Wochen. Eine erste Einschätzung des Finanzierungspotenzials erhalten Sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen – kostenlos. Mehr dazu, wie das Modell im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag Wie funktioniert Prozessfinanzierung? und auf der Seite Prozessfinanzierung.

Die rechtliche Bewertung im Einzelfall und die Vertretung vor Gericht übernehmen spezialisierte Kanzleien und Patentanwälte, die TYR auf Wunsch koordiniert.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Zur Prozessfinanzierung

FAQ

Häufige Fragen.

Wovon hängen die Kosten einer Patentklage ab?

Vor allem vom Streitwert, nach dem sich Gerichtsgebühren und gesetzliche Anwaltsgebühren richten, sowie vom Aufwand des Falls – etwa für technische Gutachten, Übersetzungen und die Verteidigung gegen Angriffe auf den Rechtsbestand. Eine belastbare Kostenschätzung für den Einzelfall erstellen die beauftragten Kanzleien.

Was passiert, wenn ich den Prozess verliere?

In der Regel muss die unterliegende Partei auch Kosten der Gegenseite erstatten; Einzelheiten klären die beauftragten Kanzleien. Bei einer Prozessfinanzierung übernimmt der Finanzierer dieses Risiko im Unterliegensfall.

Was kostet mich eine Prozessfinanzierung?

Vorab nichts. Der Finanzierer wird nur im Erfolgsfall vergütet, marktüblich mit 30–40 % des Erlöses – abhängig von Erfolgsaussicht, Schadenshöhe und Portfoliostärke.

Berät TYR zu den Prozesskosten rechtlich?

Nein. TYR analysiert Fälle technisch und wirtschaftlich, bereitet sie auf und vermittelt Finanzierung. Die rechtliche Beratung und Vertretung übernehmen spezialisierte Kanzleien und Patentanwälte, die TYR auf Wunsch koordiniert.

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